Als ich am 12. Oktober aufwachte

Wir Menschen mache Fehler. Im Idealfall machen wir den Fehler nicht zweimal. Wir lernen aus dem ersten Mal. Wie uns die Geschichte zeigt schaffen wir das leider nicht immer. Erstaunlicherweise scheinen wir gerade in politischen Belangen und Entscheidungen äußerst resistent gegenüber Erfahrung zu sein.

Es kommt also wie es kommen musste. Am 11. Oktober findet tatsächlich das politische Duell Häupl gegen Strache, SPÖ gegen FPÖ in Wien statt. Ein Duell zwischen zwei grundverschiedenen politischen Ideologien.

Dass es soweit kommen kann macht mir Angst. Keine unbegründete, durch Hetze und Verleumdung geschaffene Angst. Eine reale Angst vor der Zukunft dieser Stadt – meiner Zukunft.

Ich habe Angst vor der realen Chance, dass ein Mann mit einer Partei den Ersten Platz erlangt, die ein menschen-verachtendes Weltbild vertritt. Ein Weltbild das in gute und schlechte Menschen unterteilt. Nicht etwa aufgrund eines gelebten Lebens, sondern anhand des Geburtslandes. Eine Partei die außer Skandalen (Hypo Alpe Adria, Wiederbetätigung, uvm.) und fremd verschuldeter Wahlerfolgen nichts vorweisen kann. Eine Partei die lieber mit Ängsten spielt als Hoffnung zu geben. Eine Partei mit einem Blender an der Spitze der viel redet aber nichts dabei sagt.

Wenn ich am 12. Oktober aufwache…

Ich habe Angst davor am 12. Oktober aufzuwachen und 1500 Uniformierte „Schutzbeamte“ in Wien zu sehen die dieser Partei unterstehen. Was werden diese „Schutzbeamte“ schützen? Demokratie und Meinungsfreiheit? Oder werden sie genau das zu stören versuchen? Wozu braucht ein Mann in einer der sichersten Städte der Welt eine eigene „Schutztruppe“?

Ich habe Angst davor am 12. Oktober in einem Wien aufzuwachen, in dem man ausgrenzt statt einlädt. Wien ist ein wunderbarer Schmelztiegel unzähliger Nationen und Kulturen. Eine Stadt mit vielen bunten Flecken. Eine soziale und lebenswerte Stadt. Eine Stadt die seit vielen Jahren in Folge die lebenswerteste Stadt der Welt ist. All das darf nicht durch einen unbedachten Moment zunichte gemacht werden. Genau das wird aber mit einer ausgrenzenden Partei passieren. Die bunten Flecken werden verschwinden.

Ich habe Angst davor am 12. Oktober aufzuwachen und mit ansehen zu müssen wie Menschen um ihre Existenz fürchten weil ihr Pass nicht der österreichische ist. Menschen werden noch öfter kontrolliert und schikaniert werden weil ihre Hautfarbe etwas dunkler ist als die meine. Wien wird auf die treten die schon ganz unten sind. Weil genau das fordert diese Partei. Statt Probleme wirklich zu lösen werden Sündenböcke gesucht.

Heute ist aber noch nicht der 11. Oktober darum ist meine Hoffnung stärker als die Angst.

Die Hoffnung, dass es genug Menschen in Wien gibt die ihre Lektionen aus der Geschichte gelernt haben. Noch haben wir die Chance für Vielfalt und Zukunft zu stimmen und damit gegen Ausgrenzung und Rückschritt zu entscheiden.

Wien darf nicht Oberösterreich werden!

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