Mein Minimalismus

Wenn ich über Minimalismus rede schauen mich viele Menschen an und halten mich für einen Spinner oder Idealist (Ist irgendwie das gleiche oder?). Was ich heute schreiben möchte ist das was ich unter Minimalismus verstehe. Das Leben mit weniger und gleichzeitig mehr. Ich könnte die Art und Weise wie ich lebe und handle auch mit einem anderen Wort betiteln. Ich finde  Minimalismus einfach eine schöne Umschreibung aller Wege die ich beschlossen habe zu gehen.

Reduktion

Einer der Wege ist die Reduktion von Dingen, Tätigkeiten und  Gewohnheiten. Hier ist es mir nicht wichtig sagen zu können dass ich nur wenige Dinge besitze. Ersten stimmt es nicht und zweitens ist es egal. Meine Motivation ist die Übersicht. Ich mag es wenn ich eine Übersicht über meine Dinge habe. Mir wird es nicht passieren, dass ich nach Monaten drauf komme dass ich einen Pullover habe der mir sehr gut gefällt aber nie anhatte weil er im Kasten weit unten gelegen ist. Ich habe genau eine Kleiderstange und alles immer jeden Tag im Blick. Ich habe eine Übersicht.

Das gleiche ist bei Gewohnheiten bzw. Tätigkeiten. Ich mag es wenn ich weitgehenst flexibel bin und auf einen Terminkalender verzichten kann. Daher versuche ich Gewohnheiten die mich in meiner freien Gestaltung behindern nicht aufkommen zu lassen. Andere Gewohnheiten begrüße ich allerdings weil sie mir Sicherheit und Routine im Tag geben (z.B. der tägliche Spaziergang mit dem Hund). Ich denke ich habe eine überschaubare Anzahl an Tätigkeiten und Gewohnheiten die mir Zeit für andere Dinge in meinem Leben lassen.

Ehrlichkeit

Wir alle leben in einer Zeit des Konsums. Ich versuche meinen Konsum gering zu halten. Allerdings bin ich mir gegenüber ehrlich genug meine Schwächen einzugestehen. Wenn es um ein Upgrade beim Notebook oder Handy geht werde ich leicht schwach. Jetzt versuche ich mich einzubremsen was die Anschaffung von neuer Elektronik geht. Mit mäßigem Erfolg bis jetzt…

Handeln

Ein weiterer Weg in meinem Minimalismus-Konstrukt ist das Handeln. Ich kann lesen und reden so viel ich will. Solange ich nicht handle passiert halt auch nichts. Um vorwärts zu kommen muss ich mich bewegen. Genau das mache ich. Es ist nicht das Tempo das den Ausschlag gibt sondern die Kontinuität.

Bewusstsein

Der für mich wichtigste Weg ist das Bewusstsein. Das Bewusstsein, dass ich in der glücklichen Lage bin mir Einfachheit leisten zu können und zu wissen dass Andere in diesem Punkt leider keine Wahl haben.

Das Bewusstsein, für die wesentlichen Dinge des Lebens haben – Familie, Freunde, Zeit und Genuss. Aber auch Solidarität und Mitgefühl müssen einen großen Platz in meiner Vorstellung von Minimalismus haben.

Das Bewusstsein, dass viele Dinge schief gehen auf dieser Welt aber es immer Menschen gibt die Versuchen die Welt ein wenig besser zu machen. Auch wenn es „nur“ das eigene Umfeld ist.

Das Bewusstsein, dass viele Menschen durch lose Versprechungen, selbst ernannten „Gurus“, gewieften Marketing, einfachen Lösungen und das schnelle Geld gelockt werden. Hier darf der wache und kritische Verstand nicht schlafen und muss dagegen halten. Auch das gehört für mich zum Weg – Minimalismus – dazu.

Minimalismus
Minimalismus

Minimalismus ist für mich so viel mehr als die bloße Reduktion von Sachgegenständen. Es hat zwar mit dieser begonnen, hat mittlerweile aber viele Verzweigungen bekommen.

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2 Gedanken zu “Mein Minimalismus

    1. Finde es auch sehr fein wenn ich einfach weiß was ich habe. Mir passiert selten bzw. nie dass mich jemand frag – ob ich etwas habe – und ich mit – da muss ich nachschauen – antworte.

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