Vienna City Marathon 2015

oder „Der Tag an dem der Laufschuh starb“.

Der Tag an dem der Laufschuh starb
Der Tag an dem der Laufschuh starb

Am Sonntag war der Vienna City Marathon 2015. Vor weg ich bin jetzt ein Marathonike. Für alle denen das nichts sagt – das sind Menschen die einen Sprung in der Schüssel haben.

Jeder der meinen Blog ein wenig verfolgt hat weiß, dass es bis Dezember ein extrem hartes Training für mich war und ich mich dann leider verletzt habe. Von da weg war für mich das Training für den Marathon 2015 eigentlich unmöglich. Sprich mein letzter langer trainingslauf war am 23.12.2014.

Es war klar, dass ich ohne das Training nur den Halbmarathon versuchen werde. Alles andere war illusorisch. Da habe ich aber  die Rechnung ohne den Wirt gemacht – also in dem Fall mit mir selber. Vielleicht hat der eine oder andere der mich ein Stück meines bisherigen Weges begleitet hat schon mitbekommen, dass ich ganz gut darin sein kann mich selber zu belügen oder ein unheimlicher Dickschädel sein kann. Im Fall des Marathons ist wohl beides zusammen gekommen.

Ich habe zwar gesagt ich werde den Marathon nicht laufen aber im innersten habe ich gewusst, dass wenn mein Bein nicht mehr weh tut ich den Teufel tun werde und beim Halbmarathon über das Ziel laufen werde. Am Sonntag hat nach 21 km nichts weh getan. Also ich meine natürlich hat alles weh getan aber nicht die Leiste. Also war der Weg zum Marathon beschlossene Sache.

Sonntag der 12.04.2015:

Ich wache um 6 Uhr morgens auf. Bin leicht nervös aber ich weiß jetzt schon das die Nervosität ins unermessliche steigen wird. Ich mache mir einen Tee und esse Bananen und Müsliriegel. Dann mache ich mich auf den Weg mit dem Hund in den Augarten. Wer weiß wann ich wieder komme. Also war ich erst ml eine gute Stunde mit ihm spazieren. Als ich heim gekommen bin haben die anderen schon gewartet. Wir machen uns auf den Weg zur Reichsbrücke und dem Start vom Vienna City Marathon 2015. Jetzt ist die Nervosität unermesslich.

Start VCM 32
Start VCM 32

Der Start für uns im Startblock 5 ist um ca. 9.30 Uhr. Es ist die Erlösung als es endlich los geht. Bis jetzt habe ich mir und allen anderen vorgemacht, dass ich nur den halben Marathon laufen werde. Mit dem ersten Schritt habe ich aber genau gewusst dass ich den ganzen versuchen werde.

Die ersten 21 km waren auch recht entspannt. Da wir ganz hinten gestartet sind war es nie wirklich ein Gedränge und man konnte vernünftig laufen. Bei km 21 habe ich mich dann von der Gruppe verabschiedet und bin alleine weiter. Mein geheimes Ziel waren die 30km. Ich konnte das Tempo etwas steigern und fühlte mich so richtig gut. Bis 28km hatte ich auch wirklich keine gröberen Schmerzen. Das kam dann dafür nach und nach. Vor allem in den Oberschenkeln. Die Blasen an den Zehen habe ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gemerkt.

Bei Kilometer 30 wurde es dann so richtig heftig. Hier kommen einem zum ersten Mal alle entgegen, die schneller sind als du. Das ist nicht gerade ein Motivationsschub. Für mich war mein Ziel damit eigentlich erreicht.

ABER – Sturschädel incoming!

Die schwersten Kilometer meines Lebens.

Ich kann nicht sagen warum ich weiter gelaufen bin als eigentlich nichts mehr gegangen ist. Meine Oberschenkel waren so verkrampft, dass jede noch so kleine Tempoänderung unglaubliche Schmerzen ausgelöst hat. Zwei Mal musste ich stehenbleiben da nichts mehr gegangen ist. Spätestens jetzt merkte ich das fehlende Training. Jeder der einmal in so einer Situation war, weiß wie hart es ist dann wieder weiter zu laufen. Irgendwie habe ich es aber immer wieder geschafft mich auf zu raffen. Mein Bruder den ich unterm laufen immer wieder angerufen habe um Zuspruch zu holen hat unheimlich geholfen.

Die letzten zwei Kilometer waren dann im Vergleich zu davor ein Spaziergang. Zwar konnte ich nicht mehr vernünftig laufen trotzdem hatte ich ein Lächeln auf den Lippen. Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Für mich war in diesen letzten Minuten klar – das war nicht mein letzter Marathon.

Ziel VCM 32
Ziel VCM 32
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